Westafrika

Programmansatz

Im Sinne der Strategie 2021-2024 fördert Aqua Alimenta in Westafrika (WA) einen Programmansatz. Aktuell beinhaltet das WA-Programm drei Projekte (BF20, BF21, TG21), die in Burkina Faso und grenzüberschreitend im Norden von Togo, im Süden von Mali und Norden der Elfenbeinküste implementiert werden. Mit dem Ziel, die Lebensgrundlage von Kleinbauernfamilien und speziell von Kleinbäuerinnen zu verbessern, sind die Partnerschaftsprojekte gemeinsam von Aqua Alimenta Afrique de l’Ouest und den drei neuen Partnern Antenna Baobab, INERA und Sangou-Man entwickelt worden. Im Zentrum der Aktivitäten steht die Kleinbewässerung – kombiniert mit Schulungen in agrarökologischen Anbaumethoden und Ernährungswissen. Aufforstungen in Nord-Togo sollen zudem die sog. «bas-fonds», die für den Anbau von Gemüse genutzt werden, vor Erosion und Versandung schützen.

Die Projekte ergänzen sich gegenseitig, indem die beteiligten Organisationen von der jeweiligen Expertise der anderen Partner und somit von einem direkten Wissensaustausch profitieren. Für das Monitoring und die Qualitätssicherung der drei Projekte ist Aqua Alimenta Afrique de l’Ouest zuständig. Die Organisation mit langjähriger Erfahrung in Kleinbewässerung wird in der aktuellen Phase (BF20) in die finanzielle Unabhängigkeit begleitet. Durch Capacity Development werden auch die neuen und kleineren lokalen Partner gezielt gestärkt.

BF20: Entwicklung und ländliche Autonomie

Zeitraum: Januar 2020 - Dezember 2023
Projektregion: Burkina Faso (Hauts-Bassins, Cascades, Sud-Ouest), Mali (Sikasso), Elfenbeinküste (Savannes, Zanzan)
Anzahl begünstigte Familien: 500 Kleinbauernfamilien, 500 Mitglieder von Bäuerinnengruppen
Partnerorganisation: Aqua Alimenta Afrique de l'Ouest

In Westafrika lebt die Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft und Viehzucht. Im Sahelgebiet, wo Aqua Alimenta arbeitet, reichen die Niederschläge normalerweise für eine, maximal zwei Getreideernten. In den letzten Jahrzehnten sind aber auf Grund unregelmässiger oder ausbleibender Regenfälle immer wieder Ernteausfälle zu beklagen. Kleinbewässerung ermöglicht es den KleinproduzentInnen, während der Trockenzeit Gemüse anzubauen und so die Ernährung der Familien und das Einkommen zu verbessern.

Die neue Projektphase, die im Januar 2020 startete, legt folgende Schwerpunkte: Bildung einer lokalen, selbstständigen Ausführungsorganisation; Kapitalisierung der bisherigen Erfahrungen im Pumpenbau, Installation von Bewässerungssystemen, Ausbildung in Bewässerungswissen, Agrarökologie und Ernährung.

Das Anbaupotenzial und der Bedarf an geeigneter Bewässerungstechnologie in den Projektgebieten sind nach wie vor gross. Die angelaufene Projektphase 2020 – 2023 basiert auf den Resultaten einer externen Evaluation und einer Wirkungsstudie, die ermutigende Resultate aufzeigt: Die installierten Bewässerungssysteme erlauben eine durchschnittliche Reduktion der Bewässerungszeit um 50%. Dadurch wird die bebaute Fläche im Durchschnitt um 20% erhöht (in mehreren Fällen bis zu 400%!). Die Einkommen der Kleinproduzentinnen erhöhen sich um durchschnittlich 49%.

BF21: Agrarökologie macht Schule

Zeitraum: Januar 2021 - Dezember 2023
Projektregion: Loumbila (Region Plateau Central), Réo und Koudougou (Region Centre-Ouest), Burkina Faso
Anzahl Begünstigter: 44 Schulen mit 2000 Schüler*innen, 300 Lehrer*innen sowie 6000 Gemeindemitgliedern
Partnerorganisation: Antenna Baobab, Aqua Alimenta Afrique de l'Ouest, Institut de l’Environnement et du Recherches Agricoles (INERA)

2013 hat die Regierung von Burkina Faso die «Politique Nationale pour la Sécurité Alimentaire et Nutritionnelle» (PNSAN) erarbeitet. Diese nationale Politik zielt darauf ab, «jederzeit einen gerechten Zugang zu einer ausgewogenen, ausreichenden und gesunden Ernährung für die gesamte Bevölkerung zu gewährleisten, um zur Reduzierung der Armut, zur Festigung des sozialen Friedens und zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen».

Das Projekt «Agrarökologie macht Schule» steht im Einklang mit dieser strategischen Ausrichtung der Regierung von Burkina Faso. Neben einem verbesserten Zugang zu Wasser in Schulen und Gemeinden soll die Ernährung der Landbevölkerung und speziell der Schüler*innen durch gesundes, lokal produziertes Obst und Gemüse aufgewertet werden. Das vorliegende Projekt hat zudem zum Ziel, die Agrarökologie in den Mittelpunkt der landwirtschaftlichen Produktion zu stellen und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Im Rahmen dieser Zielsetzung ist geplant, durch Ausbildung zu den Themen Ernährungssicherheit, ökologische Landwirtschaft und Bewässerungspraktiken das Wissen der Gemeinschaft und Schulen zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt auf der effektiven und effizienten Nutzung von produktivem Wasser, da in den Schulen und Dörfern häufig Wasseerversorgungen ausfallen und sich die Wasserverteilsysteme nicht für die Bewässerung in der Trockenzeit eignen.

TG21: Agrarökologische Nutzung und Erhaltung von Feuchtgebieten (TG21)

Zeitraum: Januar 2021 - Dezember 2023
Projektregion: Region Savanes, Togo
Anzahl begünstigter Familien: 41000 Kleinbauernfamilien
Partnerorganisation: Songou-Man, Aqua Alimenta Afrique de l'Ouest

Die Wiederaufforstung der «basfonds» (Feuchtgebiete) hat sich als zuverlässige Massnahme zur Reduktion von Erosion und Versandung erwiesen. Da es sich bei der Aufforstung um eine mittel- bis langfristige Intervention handelt, wird die Aufforstung mit Nahrungsmittelproduktion und Einkommensgenerierung kombiniert, um die umliegenden Dörfer zur Mitarbeit zu motivieren. Schulungen in Agrarökologie und Bewässerungswissen wirken sich zusätzlich positiv auf die Umwelt und den Schutz der «bas-fonds» aus. Eine intensivierte Gemüseproduktion trägt zudem zu einer Verbesserung der Ernährungssituation und des Einkommens der Frauen bei, die als Hauptzielgruppe im Mittelpunkt des Projekts stehen. Das Zusatzeinkommen kommt wiederum der ganzen Familie zugute, da sich Frauen um den Haushalt, die Ernährung, Gesundheit und Bildung kümmern.

 

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