Armutsbekämpfung

Die Grundbedürfnisse nach Nahrung und Wasser zu stillen, nimmt für viele Menschen einen Grossteil ihres Alltags ein.

Armut ist ein zentrales Entwicklungsproblem. Armut macht unfrei und abhängig von Angeboten anderer, sie lässt wenig Raum für Bildung und selbstbestimmtes Handeln. Aqua Alimenta hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen mit einfachen Massnahmen zu stärken. 

Hunger dort bekämpfen, wo er vorherrscht

Hunger ist eines der Gesichter von Armut. In Entwicklungsländern ist Nahrungsknappheit allgegenwärtig – Millionen von Menschen können trotz Gemüse- und Getreideanbau mehr schlecht als recht von ihren Erträgen leben. 700 Millionen Bauern weltweit sind unterernährt. Nahrungsprobleme können langfristig und nachhaltig nur vor Ort gelöst werden. Dort, wo Hunger herrscht.

Nahrung braucht Wasser

Für die Ernährungssicherheit spielt Wasser eine zentrale Rolle. Trocken- und Dürrezeiten, Niederschlagsarmut und schwer zu erschliessende Grundwasservorräte machen kleinbäuerliche Landwirtschaft zur Lotterie. Veränderte Umweltbedingungen erschweren die Ernteplanung zusätzlich. Aqua Alimenta bringt Bewässerungsmethoden zu Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, die ihnen «Wasser aufs Feld» bringen. Sie werden unabhängiger von der reinen Regenwirtschaft und bringen mehr Erträge ein, um ihre Familien zu ernähren.

Gute Böden, schlechte Ernten?

Das Dilemma von Armut: Sie verwehrt Menschen den Zugang zu einfachsten Hilfsmitteln. Bewässerungstechnologien erleichtern den Feldbau sehr effektiv, wenn gewisse Grundbedingungen vorhanden sind. Laut einer Studie der IFAD leben 86 % der ländlichen Armen in Süd- und Ostafrika in Gebieten mit mittlerem bis hohem landwirtschaftlichem Produktionspotential – Niederschlag, Temperatur und Beschaffenheit der Böden wären für ergiebigen Feldbau geeignet. 

Gelingt es, die Menschen in diesen Gebieten mit Wissen und einfachen Technologien auszustatten, die ihnen den Feldbau erleichtern und mehr Erntesicherheit und Erträge bringen, ist ein wichtiger Schritt zur Armutsreduktion getan.

Kleinbauer in Madagaskar

Wissen und Know-How als Entwicklungsmotor

Wissen direkt zu den Menschen bringen ist die effektivste Hilfe zur Selbsthilfe. Handwerkerinnen, Installateure, Kleinbäuerinnen, Techniker und Promotoren – sie alle gewinnen Know-How in den Projekten von Aqua Alimenta, das ihnen ein Leben lang zur Verfügung steht.

Herstellung von Pedalpumpen in Tansania

Die Balance zwischen Eigenbeteiligung und Armutsbekämpfung

In den Projekten von Aqua Alimenta wird nach Möglichkeit eine Balance zwischen einer angemessenen finanziellen Beteiligung von ärmeren Kleinbauernfamilien und der Unterstützung von Mittellosen gesucht. Nicht immer ist die Umsetzung von Eigenbeteiligung einfach. In sehr abgelegenen Gebieten etwa stellen Ratenzahlungen eine logistische Herausforderung dar. Nicht nur die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen gewinnen mit den Projekten neue Erkenntnisse – auch Aqua Alimenta und die Partner vor Ort stehen in einem stetigen Lernprozess!

 

Zahlen und Fakten

  • 21 % der Weltbevölkerung stehen weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag in lokaler Kaufkraft zur Verfügung und gelten damit als extrem arm
  • Alle dreieinhalb Sekunden verhungert ein Mensch
  • Mehr Menschen sterben jedes Jahr an Hunger, als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen
  • Rund 70 % der armen Menschen weltweit leben im ländlichen Raum und sichern ihr Überleben mit Landwirtschaft
  • Weltweit geht die Armut zurück, doch die Ungleichheit nimmt zu. 1,2 Milliarden Menschen leben von weniger als 1 Euro pro Tag - weiteren 800 Millionen droht das gleiche Schicksal
  • 2050 werden aufgrund des Klimawandels zusätzlich 24 Millionen Kinder in Armut leben

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