Lokale Handwerker für lokale Werkstätten

Das ABC der Pumpenproduktion... Know-How für fähige Köpfe und geschickte Hände – die Partnerorganisation in Tansania weiss, wie sie Wissen weiterzugeben hat. Auszug aus einem Text von Marcel Obrist, Projektkoordinator Tansania von Aqua Alimenta

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch nicht im Pumpenhandwerk. Bei der Herstellung der swiss-PEP gilt es, genaue Abläufe zu befolgen, sich einige Tricks und Kniffe anzueignen und vor allem, exakt zu arbeiten. Das A der Pumpenproduktion heisst dabei Ausbildung.

A für Ausbildung

Mit dem Angebot eines zweiwöchigen Kurses im Pumpenbau öffnet die lokale Partnerorganisation von Aqua Alimenta – W3W-Tansania – bei Bedarf die Türen ihres Kompetenz- und Ausbildungscenters. Dort wird den Kursteilnehmern, meist gelernten Metallbauern, das Handwerk der Pumpenherstellung in Theorie und Praxis vermittelt, sofern sie die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Auf der Basis von technischen Plänen lernen sie, Metallteile millimetergenau anzufertigen. Ausserdem üben sie, die Gussformen vorzubereiten, die Pumpenblöcke zu betonieren, auszuschalen sowie Dutzende Einzelteile richtig zusammenzusetzen. Die Vermittlung von Know-how in den Bereichen Installation, Unterhalt und Reparatur der Bewässerungsanlage rundet den Lehrgang ab. Mit dem nötigen Interesse und Übung entwickeln sich die Lernenden zu Spezialisten. Dies wird natürlich belohnt: Die Übergabe eines Zertifikats und eines gut bestückten Werkzeugkastens bildet den Höhepunkt des Kurses.

B für Bau

Zu Beginn der Projektarbeiten in Tansania fand die Pumpenproduktion fast ausschliesslich dezentral in dörflichen Werkstätten statt. Mit zunehmenden Produktionsmengen konnte dieses Modell den Anforderungen von W3W-Tansania an einheitliche Qualitätsstandards nicht mehr genügen. Die ausgebildeten Dorfhandwerker spezialisierten sich in der Folge auf Installations-, Unterhalts- und Reparaturarbeiten im Feld. Die Produktion wurde am Sitz der Partnerorganisation zentralisiert. Diese Taktik erwies sich als goldrichtig: Jährlich 450 identische swiss-PEP, lautet die erfreuliche Bilanz des technischen Centers von W3W-Tansania. Mit jeder produzierten Pumpe ist auch der Erfahrungsschatz gewachsen, der mit Partnerorganisationen aus anderen Projektregionen geteilt wird. Durch den starken Produktionsanstieg ist die Kapazität des Teams ausgeschöpft. Seit einiger Zeit sorgt ein externer, mit modernen Maschinen ausgerüsteter Metallbauer für Entlastung. Er liefert dem Team die nötigen Metall- und Holzteile, die der Cheftechniker fein säuberlich in einem Materiallager verwaltet. Per Mausklick ruft er den aktuellen Lagerbestand in einer Datenbank ab, die er genauso präzise wie das Lager führt.

C für Control

Als letzten Schliff erhält jede swiss-PEP eine eigene Seriennummer. So kann sie jederzeit auf die entsprechende Produktionsserie zurückverfolgt werden. Auf einer Werksplakette werden zusätzlich die Kontaktinformationen der lokalen Partnerorganisation eingraviert, damit die Pumpenbetreiberinnen und -betreiber, wenn nötig, Hilfe anfordern können. Wenn das «Make-up» sitzt, wird die Pumpe zum Abschluss auf einer speziellen Prüfstation auf 23 Kriterien geprüft. Erst nach bestandenem Test gibt der Cheftechniker die Pumpe zur Auslieferung frei. Nun ist sie bereit für die Arbeit im Feld!