Kleinbauernförderung

Wasser dank Nahrung

500 Millionen kleinbäuerliche Betriebe produzieren Nahrung für rund zwei Milliarden Menschen – für nahezu ein Drittel der Menschheit. Und ihre Bedeutung nimmt zu. Die Weltbevölkerung wird stetig zahlreicher, und Fragen der Nahrungsknappheit stehen an oberster Stelle internationaler Entwicklungsagenden.

Der Grossteil der Armen dieser Welt lebt auf dem Land – der direkteste «Entwicklungshebel» liegt hier. Wenn Menschen ihre Familien mit eigenen Erzeugnissen ernähren können, ist viel erreicht. Aqua Alimenta setzt hier an.

Bewässerung macht einen Unterschied

Die Kleinbauernfamilien sollen von Systemen profitieren, welche den gesamten Arbeitsgang – von der Wasserstelle zum Feld, vom Wasserspeicher zur Pflanze –erleichtern und optimieren. Simple Technik, aber für vom Wohlstand abgeschnittene Menschen häufig unerreichbar.

Millionen von Menschen leben auf fruchtbarem Land, und hungern trotzdem. Oft ist Wasserlogistik ein zentrales Hindernis, mehr Ertrag aus gutem Boden zu gewinnen. Aqua Alimenta will einen Beitrag leisten, dass dieses Potenzial ausgeschöpft wird, Schritt für Schritt.

Kleinbäuerin in Mali

Ein Augenmerk auf Frauenprojekte

In vielen Projektgebieten sind Frauen und Kinder für den Wassertransport zuständig. Sie verbringen Stunden damit, schleppen Kübel und Eimer, sind zentrale Stützen der Familienbetriebe. Bewässerungssysteme entlasten, und setzen Ressourcen frei für andere Aktivitäten. In einigen Projektregionen, etwa in Mali, kommt Aqua Alimenta Frauengruppen, die gemeinschaftlich Beete bepflanzen, mit speziellen Konditionen entgegen.

Gemeinschaftlicher Feldbau – Kleinbäuerinnen in Westafrika

Wasser gewinnen, aber fair und nachhaltig

Wasser fördern heisst Lebensgrundlagen sichern.

In Zeiten von Land-Grabbing, Besitzansprüchen auf Wasserressourcen und unbedachtem Umgang mit der Umwelt werden nachhaltige und partizipative Projekte wichtiger. Einzelnen Menschen langfristig und mit umweltschonenden Methoden aus der Armut zu helfen – hier, heute, jetzt, trägt zu mehr Gerechtigkeit und Eigenverantwortung morgen bei. 

Partizipative Modelle als Schlüssel für nachhaltige Entwicklung

In den Projekten von Aqua Alimenta gilt: Eine Bewässerungsanlage erhält, wer bei Installation und Unterhalt selber Hand anlegt und sich, je nach wirtschaftlicher Lage, am Materialaufwand beteiligt. Die Mitarbeit bei der Installation stellt sicher, dass die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen den Aufbau des Systems verstehen, gleichzeitig werden sie von Installateuren instruiert, wie sie eigenständig Reparaturen vornehmen können.

Aqua Alimenta und lokale Partner prüfen die finanzielle Lage von Familien, die sich für die Installation einer Bewässerungsanlage interessieren. Ist Eigenbeteiligung möglich und umsetzbar, wird eine solche begrüsst. Menschen werden von Hilfeempfängern zu Unternehmerinnen und Unternehmern in eigener Sache.

Familie in Indien – bereit für die Installation einer swiss-PEP, Pedalpumpe von Aqua Alimenta
 

Zahlen und Fakten

  • Rund 70 % der armen Menschen weltweit leben auf dem Land und sichern ihr Überleben mit Landwirtschaft
  • Mehr als 700 Millionen Landwirte weltweit sind unterernährt
  • Mehr als 80 % der Bauern in Afrika sind Frauen
  • 500 Millionen kleinbäuerliche Betriebe produzieren Nahrung für rund zwei Milliarden Menschen – für nahezu ein Drittel der Menschheit
  • 70 % der afrikanischen Nahrungsversorgung stammen aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft
  • 90 % der landwirtschaftlichen Arbeitskraft  in Asien stellen Kleinbetriebe. Sie produzieren 80 Prozent des lokalen Nahrungsangebots

Projektregionen