Kleinbewässerung

In den Projekten von Aqua Alimenta werden Kleinbewässerungsanlagen installiert. Bewässerung bezeichnet die künstliche Zufuhr von Wasser auf landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Erträge pro Parzelle werden substanziell gesteigert, und die Feldarbeit wird wesentlich erleichtert. Die Projektkoordinatoren und Partner setzen innerhalb eines Projekts bedarfs- und terraingerecht angepasste Systeme ein.

Auf einen einfachen Nenner gebracht, kommen dabei drei verschiedene Systeme zum Einsatz: die traditionelle Furchenbewässerung, Schlauchbewässerung mit Varianten und Tropfenbewässerung. Auch Brunnenbohrungen liegen im Rahmen dessen, was die Projekte umfassen können, wenn Süsswasser schwer zugänglich ist. 

Warum Bewässerung?

Bewässerung hat gegenüber der traditionellen Landwirtschaft entscheidende Vorteile. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen werden unabhängiger von Wetterbedingungen und Niederschlag. Die Produktion wird gesteigert, und sie können ihre Felder bis in die Trockenzeit hinein bebauen. Und nicht zuletzt gewinnen sie Zeit. Mehrere Stunden pro Woche, die sie sonst mit mühseligem Wasser-Schleppen verbringen. Zeit für die Gemeinschaft, für die Familie. Zeit für andere wirtschaftliche Aktivitäten, die ihnen als zweites Standbein neben der Landwirtschaft Sicherheit geben, Verletzlichkeit eindämmen.

Was zu einer Bewässerungsanlage gehört

Was muss eine Bewässerungsanlage können? Auf der einen Seite soll Wasser über Saugleitungen zu den Feldern geführt, auf der anderen über Druck- oder Speichersysteme Wasser zu den Pflanzen geleitet werden.

Hauptkomponenten

Damit diese Übersetzung reibungslos funktioniert, braucht es zum einen ein durchdachtes Pumpwerk – in den Projekten von Aqua Alimenta ist dies die swiss-PEP. Zum anderen gehören zur Ausstattung Kunststoff-Saugrohre, in der Regel ein Pumpenstand mit Wasserspeicher, und – abhängig vom System und lokaler Gegebenheit – Gartenschlauch mit Brause, unterflur verlegte Wasserleitsysteme mit Zapfstellen oder ein bodennahes, perforiertes Leitungsnetz.

Wasser zur Pflanze! Drei Systeme

Je nach Bodenbeschaffenheit, Topographie, Pflanzenkultur und Wasserverfügbarkeit kommen unterschiedliche Methoden zum Zug. Aqua Alimenta setzt auf vier Grundvarianten. Die traditionelle Furchenberieselung, wie sie insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet ist; zwei Beregnungssysteme – in der Regel mittels Schlauch mit Brausenaufsatz; und Tropfenbewässerung. Installations- und Unterhaltskosten steigen graduell von der Furchen- bis zur Tropfenbewässerung – ebenso jedoch die Effizienz. 

Nachhaltigkeit!

Bewässerung im Namen der Entwicklungszusammenarbeit muss mehr können, als ein reiner Angebots-Nachfrage-Deal. Aqua Alimenta strebt nachhaltige und verantwortungsbewusste Landwirtschaft an. Die Projekte sollen sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert für die Menschen bringen. Und die Umwelt nicht unnötig belasten.

Ökologisch

Muskelkraft, wohldosiert: Die swiss-PEP
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Muskelkraft-betriebene Pumpen machen Anwendende unabhängiger von Energielieferanten und sind im Betrieb CO2-neutral. Wasser wird nach Bedarf auf die Felder geschleust – die kostbare Ressource wird schonend eingesetzt.

Sozial

Befreiung aus der Abhängigkeit
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Beteiligung und Einbezug

Die Projekte von Aqua Alimenta sind partizipativ angelegt. Eine Bewässerungslage erhält, wer bei Installation und Unterhalt selber Hand anlegt und sich, je nach wirtschaftlicher Lage, am Materialaufwand beteiligt. Eigentum und Einbezug stärkt Eigenverantwortung.

Wissen als Mittel zur Eigenständigkeit

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern beteiligen sich an der Installation der Anlagen und werden in deren Anwendung und Reparatur geschult. Sie können sie eigenständig nutzen und warten. In diversen Projekten wird Kleinbauern und Kleinbäuerinnen praxisorientiertes Wissen über den bewässerten Feldanbau vermittelt. Wissen, von dem sie ein Leben lang profitieren können.

Wirtschaftlich

Lokale Werkstätten, lokale Materialien
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Lokale Strukturen stärken

Aqua Alimenta greift in den Projekten auf lokale Materialien, lokale Arbeitskräfte und Werkstätten zurück – dies schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze, stärkt die Wirtschaft und Strukturen vor Ort und macht unabhängig von externen Lieferanten.

Die Unabhängigkeit von Kleinbauern langfristig fördern

Die Kleinbewässerungstechnologie ist kapitalsparend in der Anschaffung, im Unterhalt und, im Gegensatz zu Elektro- und Dieselpumpen, im Gebrauch. Eine externe Studie in Tansania wies nach, dass Kleinbauernfamilien bei reduziertem Arbeitsaufwand ihren Ertrag verdoppeln und dadurch ihre Ernährungssicherheit verbessern können. 

Beispiel Guatemala – mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen die Ernte steigern

Gemeinschaftliche Waschanlagen, Duschen, Viehtränken – auch reine Wasserförderung hat ihren Platz

Auch reine Wasserförderung hat in den Projekten ihren Platz neben der Installation von Kleinbewässerungsanlagen. Viehtränken, Gemeinschafts-Waschanlagen, Duschen: Wo Wasserknappheit ein Thema ist, kommt erleichterter Wassertransport den Menschen entgegen.

Wasserstelle in Peru – weite Wege für das Wasser, in Kübeln, Eimern, Fässern transportiert
 

Zahlen und Fakten

  • 86 % der ländlichen Armen in Süd- und Ostafrika leben in Gebieten, in denen Bodenbeschaffenheit und klimatische Bedingungen für die landwirtschaftliche Nutzung gut bis sehr gut geeignet wären
  • Lediglich 20 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche weltweit werden bewässert – auf diesen werden jedoch 40 % der globalen Erträge produziert
  • Das Bewässerungspotenzial alleine in Afrika liegt bei von 42,5 Millionen Hektaren, wovon derzeit nur ungefähr 5,5 Millionen Hektare entwickelt sind
  • Die Weltbevölkerung hat sich im 20. Jahrhundert verdreifacht, der Wasserverbrauch versechsfacht
  • Tropfenbewässerung verringert die Wassernutzung um 30-70 %, und steigert gleichzeitig die Ernteerträge um 20-60 %

Projektregionen