Swiss-PEP

Für den erleichterten Wassertransport setzt Aqua Alimenta auf die swiss-PEP – eine rein mechanisch betriebene Pedalpumpe. Sie ist zentraler Baustein der Anlagen und erleichtert den Transport von Wasserstellen zu den Anbauflächen, und entlastet Menschen andererseits vom langwierigen und kräftezehrenden Eimer-Tragen auf dem Feld.

Bei tausenden von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen im Einsatz

Die swiss-PEP wird weltweit von tausenden von Kleinbauernfamilien zur Bewässerung ihrer Gemüsegärten eingesetzt. 

Lokal hergestellt, von Anwendern eigenständig reparierbar

Die Pumpe kann nach sorgfältiger Schulung vor Ort aus lokalen Materialien von einheimischen Handwerkern hergestellt werden. Sie ist so aufgebaut, dass möglichst viele Teile durch die Bauern selber repariert oder ersetzt werden können. 

Effizient!

Bei einer menschlichen Arbeitsleistung von 50 Watt können aus 3 Metern 60 Liter Wasser pro Minute aus Brunnen, Flüssen, Seen, Teichen und anderen Wasserquellen gefördert werden. Die Erfahrung der letzten Jahre hat bewiesen, dass Familien mit dem Einsatz der Pedalpumpe die landwirtschaftlichen Erträge steigern können und Bewässerungszeit einsparen.

Der Aufbau? Einfach und robust

Das zweiteilige Pumpengehäuse der Pedalpumpe wird aus Zement hergestellt, bestehend aus einem Pumpen- und einem Auflageblock. Der Pumpenblock ist ausgerüstet mit zwei eingegossenen PVC-Zylindern, Kolben, Einlassventilen und einem Ansaugstutzen. Die im Auflageblock eingegossenen Metallteile dienen als Stützelemente für die beiden Pedale. Das Wasser wird durch Bewegung der Kolben von der Quelle über eine Saugleitung angesaugt. 

Die swiss-PEP ist technisch und ergonomisch ausgereift und hat sich im Feldeinsatz langjährig bewährt. Sie wurde wissenschaftlich geprüft und ausgezeichnet durch die Hochschule für Technik und Architektur in Luzern.

Handwerker in Madagaskar

Funktionsprinzip

Das Wasser wird mittels Unterdruck von einer verfügbaren Quelle zur Pumpe gesaugt. Im Inneren der Swiss-PEP wird das Wasser über einen ausgeklügelten Mechanismus weitertransportiert und über die Pumpwirkung in Bewässerungssysteme auf dem Feld eingespeist.

Bestechend einfach – auch im Inneren

Das Funktionsprinzip im Inneren der Pumpe ist so ausgeklügelt wie simpel. Einzigartig ist die Doppelfunktion der beiden eingebauten Kolben. Sie dienen einerseits als Ventil für den Nachfluss des Wassers innerhalb der Pumpe, andererseits als Dichtung, die den Rückfluss des einmal in die obere Zylinderhälfte gepumpten Wassers verhindert und letztlich dessen 'Vorwärtstransport' erlaubt. Hierzu werden die Kolben mit einem ringförmig angelegten Schlauch versehen, der innerhalb des Kolbenaufbaus 'schwebt'. Er verschiebt sich je nach Bewegungsrichtung der Kolben. Nach oben, Wasser durchlassend, wenn die Kolben nach unten drücken; nach unten, verschliessend, wenn das Wasser ihn nach unten drückt, weil die Kolben angehoben werden. 

Querschnitt durch den Zylinderblock

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Hinweis: Die Kolben bewegen sich aufgrund des Pedalantriebs gegengleich, die Funktionsweise ist jedoch für beide Zylinderhälften gleich.

 

Abwärtsbewegung des Kolbens

Bei Abwärtsbewegung des Kolbens verschiebt der Druck den «schwebenden» Schlauch an den oberen Rand der Kolbenumfassung und lässt damit Wasser in die obere Zylinderhälfte (nach-)strömen.

Der Abwärtsdruck sorgt gleichzeitig dafür, dass ein am unteren Zylinderrand abgebrachtes, einfaches Einlassventil, bestehend aus einem schwebenden Stück Gummimatte, gegen die Einlassöffnung gedrückt wird – das einmal in den Zylinder eingeströmte Wasser wird am zurückfliessen gehindert.

Aufwärtsbewegung des Kolbens

Bei Aufwärtsbewegung des Kolbens verschliesst der ringförmige Schlauch dagegen den Kolbendurchlass; das Wasser aus der oberen Zylinderhälfte wird zum Auslauf gepumpt, und damit in die Bewässerungssysteme auf den Feldern eingespeist. Gleichzeitig wird damit der Druck auf die Gummimatte am Zylinderboden verringert – der Zulauf öffnet sich und Wasser wird von der Saugleitung in den Zylinder nachgezogen.

Hintergrund – vom Prototypen zur swiss-PEP dank engagierten Ingenieuren

Ende 1993 erschuf der innovative Ingenieur André Zumstein den ersten Prototypen der swiss-PEP. Das Dilemma, das ihn und eine Gruppe von Mitdenkern dazu führte: Eine verrostete Kleinbewässerungspumpe aus Indien. Und 700 Millionen unterernährte Landwirte.

Der Prototyp sollte rostfrei, beständig, einfach zu warten und rein mechanisch zu bedienen sein. Keine leichte Aufgabe, aber die engagierte Gruppe hat sich ihr gestellt, mit Erfolg. Heute ist die swiss-PEP technisch und ergonomisch ausgereift und hat sich im Feldeinsatz langjährig bewährt. Sie wurde wissenschaftlich geprüft und ausgezeichnet durch die Hochschule für Technik und Architektur in Luzern.

Pumpentransport in Indien
 

Zahlen und Fakten

Swiss-PEP

  • Aus lokal erhältlichen Materialien gefertigt, kostengünstig
  • Von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern eigenständig reparierbar
  • Über 15 000 Exemplare weltweit auf Parzellen von Kleinbauern installiert in den letzten 17 Jahren
  • Bei menschlicher Arbeitsleistung von 50 Watt können aus 3 Metern ca. 60 Liter Wasser pro Minute aus Brunnen, Flüssen, Seen, Teichen und anderen Wasserquellen gefördert werden
  • Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sparen dank erleichtertem Wassertransport mehrere Stunden Bewässerungszeit pro Woche
  • Kleinbauern und Kleinbäuerinnen können ihre Anbauflächen vergrössern und die Erträge pro Parzelle sind höher

Projektregionen