Programmansatz
Aqua Alimenta fördert in Westafrika (WA) einen Programmansatz. Aktuell beinhaltet das WA-Programm vier Projekte (BF24B, BF24C, BF25 und CI22), die in Burkina Faso und im Norden der Elfenbeinküste implementiert werden. Mit dem Ziel, die Lebensgrundlage von Kleinbauernfamilien und speziell von Kleinbäuerinnen zu verbessern, sind die Projekte gemeinsam mit den Partnerorganisationen Antenna Baobab, CECA-DR, AMF und ARK entwickelt worden. Im Zentrum der Aktivitäten steht die Kleinbewässerung – kombiniert mit Schulungen in agrarökologischen Anbaumethoden, Ernährungswissen sowie Erosionsschutz.
Die Projekte ergänzen sich gegenseitig, indem die beteiligten Organisationen von der jeweiligen Expertise der anderen Partner und somit von einem direkten Wissensaustausch profitieren. Für die Qualitätssicherung der Projekte ist das Maison d'Irrigation de Faso (MIRFA) zuständig. Die Organisation mit langjähriger Erfahrung in Kleinbewässerung ist Ende 2023 aus der Zweigstelle Aqua Alimenta Afrique de l'Ouest hervorgegangen und ist nun eine eigenständige Organisation. Durch Capacity Development werden auch die neuen und kleineren lokalen Partnerorganisationen gezielt gestärkt.
Aktuelle Projekte in Burkina Faso und der Côte d'Ivoire
Böden erhalten – Ernährung sichern (CI22)
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Januar 2023 - Dezember 2025 (1. Phase)
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Département de Korhogo, Côte d’Ivoire
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370 Kleinbauernfamilien
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Animation Rurale Korhogo (ARK), Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)
Im kargen Norden von Côte d’Ivoire stellt die Bodenerosion die ländliche Bevölkerung vor grosse Probleme. Wertvolle Flächen für die Landwirtschaft gehen verloren und das Wasser wird immer knapper, um Gemüse anzubauen und das Vieh zu tränken. Vor allem Frauen leiden unter den Unsicherheiten und Konflikten um Land und Wasser.
Das Projekt unterstützt 370 Kleinbauernfamilien (ca. 2000 Personen) und Frauengruppen aus der Region Korhogo dabei, ihre Böden dank agrarökologischen Ansätzen und Praktiken zu schützen und wieder fruchtbarer zu machen. Mit dem übergeordneten Ziel, die Ernährung zu sichern, lernen die Bäuerinnen und Bauern, Kompost herzustellen, ihre Böden mit Mulch zu bedecken und Steinbänder gegen die Erosion anzulegen. Neben der Agrarökologie wird auch der sparsame und effiziente Gebrauch von Bewässerungswasser während der Trockenzeit gefördert.
In den vergangenen Jahren ist es der Partnerorganisation ARK gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern gelungen, 20 Hektaren stark degradiertes Land zurückzugewinnen und die landwirtschaftlichen Erträge um 40% zu steigern. Im Verlauf des aktuellen dreijährigen Projekts (2023-2025) wird die innovative und gut vernetzte Organisation ihre Schulungs- und Beratungskapazitäten weiter ausbauen. Die erfahrene Organisation Aqua Alimenta Afrique de l’Ouest wird ARK im Bereich Bewässerung ergänzen.
Ernährungssicherheit dank ökologisch genutzter Wassereinzugsgebiete (BF24B)
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Januar 2024 - Dezember 2026 (1. Phase)
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Region Zentralplateau, Burkina Faso
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1600 Haushalte und 8000 indirekt begünstigte Haushalte
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Centre d’Encadrement de Coopération et Appui pour le Développement Rural (CECA-DR), Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)
Im Sahel hält die Regenzeit kaum mehr als vier Monate an. Für die Bäuerinnen und Bauern in Kourwéogo bedeutet dies, dass sie in den trockenen Monaten das Wasser aus Stauseen und Grundwasser schöpfen müssen. Wenn diese zu schnell versiegen, ist die ausreichende Ernährung ihrer Familien gefährdet.
Hier setzt das Projekt an. Acht kleinbäuerliche Genossenschaften wollen während der ganzen Trockenzeit genügend Wasser haben. Sie erhalten dabei Unterstützung durch die Organisation CECA‑DR, die sich auf die Nutzung von grossen Wasserspeicherbecken (franz. bouli) spezialisiert hat. Solche Seen sammeln das Regenwasser eines grossen Einzugsgebiets, wo es lange für die Bewässerung verfügbar bleibt.
Über achttausend Haushalte werden von fünf restaurierten Stauseen profitieren. Dabei werden die Bäuerinnen und Bauern auch darin geschult, wie die Wassereinzugsgebiete ökologischer und gemeinschaftlich geregelt bewirtschaftet werden können. In eigener Leistung legen sie mehrere Kilometer Hecken und Grasbänder an und schützen über 24 Hektaren Böden mit Akazien und Fruchtbäumen vor der Erosion.
Radio Munyu: Agrarökologie auf Sendung für Bäuerinnen (BF24C)
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Januar 2024 - Dezember 2026 (1. Phase)
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Regionen Cascades und Sud Ouest, Burkina Faso
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180 Haushalte und 1250 indirekt begünstige Haushalte
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Association Munyu des Femmes (AMF), Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)
Die Arbeit auf dem Feld und im Garten ist im Sahel hart. Ganz besonders so für Bäuerinnen, die auch für den Haushalt und die Kinder sorgen müssen. Wenn Wasser spärlich wird und die Böden austrocknen, belastet sie die Sorge um die ausreichende Ernährung ihrer Familie zusätzlich. Gross ist deshalb das Interesse der Bäuerinnen in Burkina Faso, mehr über eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft zu lernen.
Dank ihrer eigenen Radio- und Fernsehstation in Banfora erreicht die Frauenorganisation Munyu über eine halbe Million Bäuerinnen im Umkreis von hundert Kilometern. Das Projekt wird Munyu darin stärken, den Bäuerinnen die agrarökologischen Praktiken über ihr lokales Radio- und Fernsehprogramm näher zu bringen. Das landwirtschaftliche Forschungsinstitut INERA und ein Ausbildungszentrum für Gemüseanbau unterstützen sie dabei fachlich. Über 180 direkt im Projekt mitwirkende Bäuerinnen teilen ihr traditionelles Wissen und die Erfahrungen, wie die Ressource Wasser sparsamer genutzt und selbst in der Trockenzeit genügend gesunde Lebensmittel produziert werden können.
Agrarökologie macht Schule (BF25)
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Januar 2025 - Dezember 2028 (2. Phase)
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Loumbila (Region Plateau Central), Réo und Koudougou (Region Centre-Ouest), Burkina Faso
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16 Schulen mit 5’000 Schüler:innen und 300 Kleinbäuerinnen (4 Kollektive)
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Antenna Baobab, Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)
Schulkantinen spielen eine entscheidende Rolle im Bildungs- und Sozialsystem von Burkina Faso. Sie versorgen die Schülerinnen und Schüler mit einer Mahlzeit pro Tag, was zu einem besseren Schulbesuch beiträgt, das Lernen in der Schule fördert und nicht zuletzt die Armut bekämpfen hilft.
Damit die Schulen nicht komplett von Ernährungsprogrammen abhängig werden, müssen sie und die umliegenden Gemeinden mindestens zehn Prozent des Bedarfs selbst produzieren. Sie bauen in Schulgärten und Gemeinschaftsfeldern Gemüse und Getreide für die Kantinen an. Im Schulunterricht wird zudem über eine gesunde Ernährung aufgeklärt.
Die am Projekt beteiligten Schulen gehen noch einen Schritt weiter, indem sie die agrarökologische Produktion fördern. Die Agrarökologie erhält die Fruchtbarkeit der Böden und sichert den langfristigen Anbau gesunder Lebensmittel. Mit dem Verzicht auf synthetische Dünger und Pestizide entfallen den Schulen und Bauernfamilien zudem entsprechende Kosten. Sehr viel sinnvoller ist es, in Bewässerung und Solarenergie zu investieren. Damit erhöht sich der Anteil von frischem Gemüse in der Mahlzeit – insbesondere während der fast fünf Monate dauernden Trockenzeit.
Baobab Antenna (BA) – eine Partnerorganisation in Burkina Faso – rüstet alle Schulen und beteiligten Gemeinschaftsfelder mit umweltfreundlichen Bewässerungsanlagen aus, wobei entweder die Pedalpumpen «Neema» oder mit Solarstrom betriebene Pumpen eingesetzt werden. In den Schulen wird der Solarstrom zusätzlich in den Klassenzimmern und Büros des Lehrpersonals genutzt. Kein Wunder findet die Arbeit von BA mit seinem besonders nachhaltigen Ansatz viel Beachtung in den Bildungs- und Sozialministerien des Landes.
Das Programm Westafrika wird durch einen Kernbeitrag der Deza mitfinanziert.