Westafrika

Programmansatz

Aqua Alimenta fördert in Westafrika (WA) einen Programmansatz. Aktuell beinhaltet das WA-Programm vier Projekte (BF24B, BF24C, BF25 und CI22), die in Burkina Faso und im Norden der Elfenbeinküste implementiert werden. Mit dem Ziel, die Lebensgrundlage von Kleinbauernfamilien und speziell von Kleinbäuerinnen zu verbessern, sind die Projekte gemeinsam mit den Partnerorganisationen Antenna Baobab, CECA-DR, AMF und ARK entwickelt worden. Im Zentrum der Aktivitäten steht die Kleinbewässerung – kombiniert mit Schulungen in agrarökologischen Anbaumethoden, Ernährungswissen sowie Erosionsschutz.

Die Projekte ergänzen sich gegenseitig, indem die beteiligten Organisationen von der jeweiligen Expertise der anderen Partner und somit von einem direkten Wissensaustausch profitieren. Für die Qualitätssicherung der Projekte ist das Maison d'Irrigation de Faso (MIRFA) zuständig. Die Organisation mit langjähriger Erfahrung in Kleinbewässerung ist Ende 2023 aus der Zweigstelle Aqua Alimenta Afrique de l'Ouest hervorgegangen und ist nun eine eigenständige Organisation. Durch Capacity Development werden auch die neuen und kleineren lokalen Partnerorganisationen gezielt gestärkt.

Aktuelle Projekte in Burkina Faso und der Côte d'Ivoire

Böden erhalten – Ernährung sichern (CI26)

  • März 2026 - Dezember 2029 (2. Phase)
  • Region Poro, Distrikt Savanes, Côte d’Ivoire
  • 750 Kleinbauernfamilien
  • Animation Rurale Korhogo (ARK)

Im kargen Norden von Côte d’Ivoire drohen wertvolle Böden zu erodieren. Die ländliche Bevölkerung steht vor grossen Problemen, denn die Ernten werden mager und immer mehr fruchtbare Flächen gehen für die Landwirtschaft verloren. Erste Erfolge mit agrarökologischen Anbaumethoden zeigen aber, dass die Fruchtbarkeit der Böden mit natürlichen Massnahmen erhalten werden kann. Die Biodiversität verbessert sich und die Landschaft vermag das wertvolle Regenwasser wieder langfristig zu speichern.

Das Projekt unterstützt 750 Kleinbauernfamilien dabei, sich zu organisieren und solidarisch die nachhaltige Nutzung ihrer Böden, der Vegetation und natürlichen Wasserspeicher zu fördern.  Mit dem gemeinsamen Ziel, die Ernährung zu sichern, lernen die Bäuerinnen und Bauern unter anderem Kompost herzustellen, ihre Böden mit Mulch zu bedecken und Steinbänder gegen die Erosion anzubringen. Ein wichtiges Prinzip der Agrarökologie ist nicht zuletzt der sparsame und effiziente Gebrauch von Bewässerungswasser.

In den vergangenen Jahren ist es der Partnerorganisation A.R.K. gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern gelungen, 60 Hektaren stark degradiertes Land zurückzugewinnen und die landwirtschaftlichen Erträge um 40% zu steigern. Ihr Erfolg strahlt weit über die Region hinaus. Im Verlauf der aktuellen zweiten Phase des Projekts (2026-2029) werden weitere kollektiv produzierende Gemüsebäuerinnen und Baumwollbauern dazustossen und sich daran beteiligen, ihre Böden zu schützen und nachhaltig zu pflegen. Sie professionalisieren ihre Interessenvertretung gegenüber den Behörden, sichern sich langfristige Pachtverträge für ihre Gemeinschaftsfelder, investieren in angepasster Bewässerungstechnologie, entwickeln eigene peer-to-peer Beratungsnetzwerke und profitieren von Kursen zur Agrarökologie im Schulungszentrum von A.R.K.

Ernährungssicherheit dank ökologisch genutzter Wassereinzugsgebiete (BF24B)

  • Januar 2024 - Dezember 2026 (1. Phase)
  • Region Zentralplateau, Burkina Faso
  • 1600 Haushalte und 8000 indirekt begünstigte Haushalte
  • Centre d’Encadrement de Coopération et Appui pour le Développement Rural (CECA-DR), Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)

Im Sahel hält die Regenzeit kaum mehr als vier Monate an. Für die Bäuerinnen und Bauern in Kourwéogo bedeutet dies, dass sie in den trockenen Monaten das Wasser aus Stauseen und Grundwasser schöpfen müssen. Wenn diese zu schnell versiegen, ist die ausreichende Ernährung ihrer Familien gefährdet.

Hier setzt das Projekt an. Acht kleinbäuerliche Genossenschaften wollen während der ganzen Trockenzeit genügend Wasser haben. Sie erhalten dabei Unterstützung durch die Organisation CECA‑DR, die sich auf die Nutzung von grossen Wasserspeicherbecken (franz. bouli) spezialisiert hat. Solche Seen sammeln das Regenwasser eines grossen Einzugsgebiets, wo es lange für die Bewässerung verfügbar bleibt.

Über achttausend Haushalte werden von fünf restaurierten Stauseen profitieren. Dabei werden die Bäuerinnen und Bauern auch darin geschult, wie die Wassereinzugsgebiete ökologischer und gemeinschaftlich geregelt bewirtschaftet werden können. In eigener Leistung legen sie mehrere Kilometer Hecken und Grasbänder an und schützen über 24 Hektaren Böden mit Akazien und Fruchtbäumen vor der Erosion.

Radio Munyu: Agrarökologie auf Sendung für Bäuerinnen (BF24C)

  • Januar 2024 - Dezember 2026 (1. Phase)
  • Regionen Cascades und Sud Ouest, Burkina Faso
  • 180 Haushalte und 1250 indirekt begünstige Haushalte
  • Association Munyu des Femmes (AMF), Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)

Die Arbeit auf dem Feld und im Garten ist im Sahel hart. Ganz besonders so für Bäuerinnen, die auch für den Haushalt und die Kinder sorgen müssen. Wenn Wasser spärlich wird und die Böden austrocknen, belastet sie die Sorge um die ausreichende Ernährung ihrer Familie zusätzlich. Gross ist deshalb das Interesse der Bäuerinnen in Burkina Faso, mehr über eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft zu lernen.

Dank ihrer eigenen Radio- und Fernsehstation in Banfora erreicht die Frauenorganisation Munyu über eine halbe Million Bäuerinnen im Umkreis von hundert Kilometern. Das Projekt wird Munyu darin stärken, den Bäuerinnen die agrarökologischen Praktiken über ihr lokales Radio- und Fernsehprogramm näher zu bringen. Das landwirtschaftliche Forschungsinstitut INERA und ein Ausbildungszentrum für Gemüseanbau unterstützen sie dabei fachlich. Über 180 direkt im Projekt mitwirkende Bäuerinnen teilen ihr traditionelles Wissen und die Erfahrungen, wie die Ressource Wasser sparsamer genutzt und selbst in der Trockenzeit genügend gesunde Lebensmittel produziert werden können.

Agrarökologie macht Schule (BF25)

  • Januar 2025 - Dezember 2028 (2. Phase)
  • Loumbila (Region Plateau Central), Réo und Koudougou (Region Centre-Ouest), Burkina Faso
  • 16 Schulen mit 5’000 Schüler:innen und 300 Kleinbäuerinnen (4 Kollektive)
  • Antenna Baobab, Maison d'Irrigation du Faso (MIRFA)

Schulkantinen spielen eine entscheidende Rolle im Bildungs- und Sozialsystem von Burkina Faso. Sie versorgen die Schülerinnen und Schüler mit einer Mahlzeit pro Tag, was zu einem besseren Schulbesuch beiträgt, das Lernen in der Schule fördert und nicht zuletzt die Armut bekämpfen hilft.

Damit die Schulen nicht komplett von Ernährungsprogrammen abhängig werden, müssen sie und die umliegenden Gemeinden mindestens zehn Prozent des Bedarfs selbst produzieren. Sie bauen in Schulgärten und Gemeinschaftsfeldern Gemüse und Getreide für die Kantinen an. Im Schulunterricht wird zudem über eine gesunde Ernährung aufgeklärt.

Die am Projekt beteiligten Schulen gehen noch einen Schritt weiter, indem sie die agrarökologische Produktion fördern. Die Agrarökologie erhält die Fruchtbarkeit der Böden und sichert den langfristigen Anbau gesunder Lebensmittel. Mit dem Verzicht auf synthetische Dünger und Pestizide entfallen den Schulen und Bauernfamilien zudem entsprechende Kosten. Sehr viel sinnvoller ist es, in Bewässerung und Solarenergie zu investieren. Damit erhöht sich der Anteil von frischem Gemüse in der Mahlzeit – insbesondere während der fast fünf Monate dauernden Trockenzeit.

Baobab Antenna (BA) – eine Partnerorganisation in Burkina Faso – rüstet alle Schulen und beteiligten Gemeinschaftsfelder mit umweltfreundlichen Bewässerungsanlagen aus, wobei entweder die Pedalpumpen «Neema» oder mit Solarstrom betriebene Pumpen eingesetzt werden. In den Schulen wird der Solarstrom zusätzlich in den Klassenzimmern und Büros des Lehrpersonals genutzt. Kein Wunder findet die Arbeit von BA mit seinem besonders nachhaltigen Ansatz viel Beachtung in den Bildungs- und Sozialministerien des Landes.

Das Programm Westafrika wird durch einen Kernbeitrag der Deza mitfinanziert.

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